Gurkerl für Tokio, Bier für Wien: Ein Spaziergang durch Ottakring mit Alexandra Wiesner und Stefan Schauer
Eine Stadtführerin und ein Staud's-Geschäftsführer erzählen, wie Handwerk, Tradition und Geschichte den 16. Bezirk prägen.
26.09.2026 35 min
Zusammenfassung & Show Notes
In der zehnten Folge verlässt Markus Raunig das Brauereigelände und spricht mit Stadtführerin Alexandra Wiesner und Staud's-Geschäftsführer Stefan Schauer über Ottakring. Es geht um die Geschichte des Bezirks, um den Wert von Handarbeit und fairen Preisen und darum, wie ein Ottakringer Familienbetrieb seine Marmeladen bis nach Japan exportiert.
Ottakring war einmal ein Weinbaugebiet. Dass der 16. Bezirk heute für Bier, Gurkerl und Marmelade steht, hat mit einem Schädling zu tun: Die Reblaus zerstörte im 19. Jahrhundert rund zwei Drittel der Rebstöcke im Wiener Raum. Die Ottakringer Weinbauern mussten ihre Gründe verkaufen, und die Industrie zog in den Bezirk. Diese Geschichte erzählt Alexandra Wiesner bei ihren Führungen besonders gern. Sie ist Vorstandsassistentin der Ottakringer Familiengruppe und seit 2022 geprüfte Fremdenführerin bei The Good Guides. Ihre Ottakring-Tour beginnt mit einer Verkostung im Staud's Pavillon und endet mit einem Bier in der Brauerei.
Stefan Schauer ist seit 35 Jahren bei Staud's. Der Wachauer kam nach Wanderjahren in einer australischen Weinkellerei nach Wien und blieb. Er erklärt, warum das Unternehmen, dessen Wurzeln bis 1883 an den Yppenmarkt zurückreichen und das heuer 55 Jahre feiert, den Bezirk nie verlassen hat. Er spricht über den Wert von Handarbeit: Jede Marille wird händisch geprüft, entsteint und bei Bedarf nachbearbeitet, weil keine Maschine das so gut kann wie die Hand. Das habe seinen Preis, und der müsse von Konsumentinnen und Konsumenten auch honoriert werden. Auch Lebensmittelverschwendung ist Thema.
Dazu kommt der Blick hinaus: Staud's beliefert seit 1997 den japanischen Händler Meidi-ya, wo Gurkerl, Sauerkraut und Marillenmarmelade auf der Ginza im Regal stehen. Die japanischen Kunden setzen bei Qualität und Etikettierung die Maßstäbe. Zum Abschluss der Jubiläumsfolge geht es in der Schnellfragerunde um das ideale Mitbringsel aus Wien, das Ottakringer „Genussquadrat“ und die Frage, die bei Stadtführungen am häufigsten gestellt wird.
Wichtigste Punkte
- Die Reblaus zerstörte im 19. Jahrhundert rund zwei Drittel der Wiener Rebstöcke. Ottakringer Weinbauern verkauften ihre Gründe, danach siedelte sich Industrie im Bezirk an.
- Bei Staud's wird jede Marille von Hand geprüft und entsteint. Laut Stefan Schauer braucht diese Qualität Kundschaft, die bereit ist, dafür einen fairen Preis zu zahlen.
- Staud's exportiert seit Jahrzehnten, unter anderem seit 1997 an Meidi-ya in Japan. Die japanischen Anforderungen an Genauigkeit, etwa bei der Etikettierung, sieht Schauer als Lernfeld.
- Alexandra Wiesner führt vor allem Wienerinnen und Wiener. Fakten bleiben laut ihr nur in Erinnerung, wenn sie in Geschichten verpackt sind.
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Showhost Markus Raunig:
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Website:
Ottakringer Brauerei:
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